Von nicht angewandter Kunst

Aktualisiert: Feb 13

Es ist an der Zeit, wichtige Dinge in ein Schächtelchen von Wert zu tun, um die eigene Geschichte und die darin enthaltenen Geschichten nicht zu vergessen. Da auch die Theaterentwürfe zu den mir wichtigen Dingen gehören und wir unlängst erleben mussten, dass Theater nicht nur kurzlebig ist, sondern coronabedingt auch gänzlich zum Erliegen gekommen ist, habe ich mich dazu entschlossen, das Internet dazu zu benutzen, einen Aufbewahrungsort für meine Theaterarbeiten zu schaffen. Bisher reichte es zu Werbezwecken ja vollkommen aus, Trailer der Inszenierungen zu veröffentlichen, um auf das Ereignis hinzuweisen und es dem potentiellen Besucher schmackhaft zu machen. Jetzt hat sich die digitale Bühne aber zum Hauptaustragungsort sinnlicher Belege für unsere Entwürfe und Ideen gemausert und es ist am Anfang einer Epoche von Pandemien und Kulturkriegen kaum damit zu rechnen, dass sich das Blatt noch zu meinen Lebzeiten wendet. Es wäre aus meiner Sicht sogar naiv, darauf zu hoffen. Von Menschen gemachte Katastrophen, die wir dann schlecht managen, ist unser aller Alltag geworden und so muss man wohl retten, was einem rettenswert erscheint. Hoffnung allein, nicht nur irgendwie zu überleben, kommt aus unserer Geschichte, die noch wie "nicht angewandte Kunst" vor uns liegt, dem weltweiten Netzwerk von Texten und Ideen und der Fülle an Theateraufführungen, die nicht mehr allein der Unterhaltung und der Verdrängung dienen. Kurz und gut: Ich werde so viel wie möglich aufbewahren, was dazu taugen könnte, vorausschauender zu werden. Und damit einen kleinen Teil dem kollektiven Verstande und Gedächtnis beizusteuern.


www.jofabian.com/digitalstage

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